Sonstiges
Schmiede sind arme Schweine

Ein Masochist ist ein Mensch, der sich mit Freude quält. Mit anderen Worten: Er gehört zur Gruppe der Hufschmiede. Was sie sich freiwillig antun verdient Respekt, der ihnen viel zu selten gewährt wird.


Schmiede wählen einen Beruf, der ihnen in wenigen Jahren Rücken und Gesundheit ruiniert. Schmiede üben den gefährlichsten aller Pferdeberufe aus. Sie müssen ohne Hilfsmittel in kurzer Zeit an den wichtigsten Waffen des Pferdes arbeiten, die durch Eisen noch gefährlicher werden. Schmiedhände werden Hackfleisch, wenn ein Pferd den Huf mit spitz herausragenden Nägeln wegreißt.

Schmieden mutet man Arbeitsplätze zu, die Arbeitsmedizinern die Tränen in die Augen und den Schweiß auf die Stirn
treiben: dunkle Gassen und enge Anbindeplätze, manchmal sogar matschige Wiesen.

Schmiede werden angemault, wenn sie unter unsachgemäßen Bedingungen keine perfekte Arbeit leisten. Sie müssen sich
pauschal als ewig gestrige Eisenklopfer beschimpfen lassen, obwohl sie vom Barhuf bis zum Kunsthorn alles abdecken.
Sie müssen mit hysterischen Pferden ebenso behutsam umgehen wie mit hysterischen Besitzern. Sie sind Hufbehandler,
Psychologen, Berater, Pferdetrainer und Seelentröster in Personalunion, müssen einfühlsam und fachlich fit sein.
Und den Lohn der Arbeit rennen sie oft wochenlang hinterher, weil Anzahl und Phantasie der Ausreden, warum man
„gerade“ kein Geld dabei hat, ein kleines Buch füllen würde.

Schmiede sind die Prügelknaben der Pferdeszene. Sozusagen arme Schweine.


Schon mal darüber nachgedacht?

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  Thomas Schwemmer staatlich geprüfter Hufbeschlagschmied, orthopädische Beschlag, Korrekturbeschläge von der Barhufpflege bis zum Kunsthorn - Friedhofstrasse6, 95709 Tröstau